...Vorhandensein von Pferden. Die Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine und - wie J. BOESSNECK annimmt -auch die Pferde dienten zur Fleischgewinnung. Daher wurden die Tiere zu einem hohen Prozentsatz vor Erreichung des Erwachsenenalters geschlachtet.

Abb.17: Schmuck aus verschiedenen Materialien


Ob darüberhinaus Rinder und Ziegen auch zur Milchgewinnung, die Schafe zur Wollgewinnun sowie Pferde und Rinder zur Arbeitsleistung herangezogen wurden, ist nicht sicher. In diesem Fall wäre zu erwarten, daß bei diesen Tierarten der Prozentsatz erwachsener Tiere gegenüber den Schweinen, deren einziger Wert ja in der Fleischlieferung liegt, größer wäre. Eine dahingehende Prüfung des Pollinger Knochenbestandes erbrachte indes kein klares Ergebnis.

Über die Bestattungssitten der Pollinger Neolithiker haben wir einstweilen noch keine sichere Kenntnis, da Gräber mit entsprechenden Beigaben (etwa von Pollinger Feinkeramik) noch ausstehen; immerhin wäre es möglich, daß ein nahe westlich der Siedlung in den gewachsenen Tuff eingetieft gefundenes menschliches Skelett, ein in Ostwest-Richtung liegender Hocker, zu der Siedlung gehört hat; Beigaben wurden nicht beobachtet. Es stammt von einem erwachsenen Mann, dessen lange Extremitätenknochen nicht vollständig erhalten und daher auch nicht meßbar sind. Deshalb kann seine Körpergröße nicht ermittelt werden. Wenn die bereits erwähnte Bestattung von Polling tatsächlich in die Pollinger Gruppe gehört, dann haben deren Angehörige ihre Toten unverbrannt, auf dem Rücken liegend und mit zum Körper hin angezogenen Beinen zur letzten Ruhe gebettet.
Der Kopf des Pollinger Toten lag im Osten, seine Beine wiesen nach Westen.
Von den zur Zeit bekannten ca. 270 jungsteinzeitlichen Siedlungen ist keine allgemein gültige Bestattungsform bekannt. Eine Möglichkeit wäre, daß die Toten zunächst über dem...
                                           
                                              Abb. 18 Malstein mit Läufer

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