Hier nun erwartet bereits Heinrich IV., Herzog von Baiern, mit den baierischen Bischöfen und Grafen die sterbliche Hülle Ottos. Man fragt sich, wie Heinrich so gut unterrichtet sein konnte, welchen Weg der Trauerzug nehmen würde, und warum er Polling als Ort des Empfanges wählte. Zumindest zwei wichtige Begleitpersonen aus dem Trauergefolge scheinen dabei die Rolle von Schlüsselfiguren zu übernehmen: Graf Heinrich von Luxemburg, sein Schwager, und Bischof Siegfried von Augsburg. Der Hof in Polling gehörte letzterem, und er war auch der einzige, der sich gleich zu Anfang auf die Seite Heinrichs stellte. So konnte sich Heinrich offenbar einen entscheidenden Vorsprung verschaffen, denn spätestens jetzt war er entschlossen, Nachfolger zu werden.

Nun bestehen zwischen den Chronisten Heinrichs Unstimmigkeiten in der Berichterstattung hinsichtlich des Ortes, an dem der Baiernherzog dem Trauerzug entgegentritt. Erklären lassen sich die unterschiedlichen Berichte dadurch, dass beide Chronisten, Thietmar von Merseburg und Adalbold von Utrecht, nicht zur Begleitung des Trauerzuges gehört hatten. Adalbold von Utrecht schreibt:

„Ihnen kam der hochedle Herzog mit den baierischen Bischöfen und Grafen entgegen, übernahm den Körper seines Lehnsherrn und Blutsverwandten mit geziemender Ehrerbietung, empfing das ganze Heer mit der gebührenden Freigebigkeit und führte sie durch sein Gebiet mit der angebrachten Bequemlichkeit. Schließlich bei Neuburg (Neuburg an der Donau oder Bistum Neuburg im Staffelsee auf der Insel Wörth?) angelangt, trug er selbst den Leichnam des Kaisers auf seinen Schultern in die Stadt und zeigte ein Beispiel der Frömmigkeit und die Pflicht der Menschlichkeit. Er ließ das Heer lagern, damit sie selbst über Nutzen und Tröstung des Reiches beraten und sich auch die von...


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