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Neue Erkenntnisse zu alten
Gräbern
Die
frühmittelalterlichen Tuff(platten)gräber von Polling
bei Weilheim,
Lkr.
Weilheim-Schongau
Im Verlauf des 17.1.1889 stoßen interessierte Leser des
„Bayerischen Kuriers" (Nr. 17) beim Durchblättern
der
Zeitung auf Seite fünf auf folgende detaillierte Meldung:
„Weilheim, 15. Jan. Plattengräber. Wenige Minuten
östlich von dem Kloster Polling in der unmittelbaren
Nähe des
idyllischen kleinen Jakobsees befinden sich ausgedehnte Tufflager,
deren Benützung in weite Zeitfernen zurückreicht, wie
eine in
die Brüche hineinführende, heutzutage noch in
Gebrauch
stehende römische Straße beweist. An zwei Stellen in
diesen
Tuffbrüchen wurden interessante Gräber aufgedeckt,
über
welche die 'Allg. Ztg'. zu berichten weiß. An der einen
Stelle
wurden fünf Gräber geöffnet, welche 2 Meter
unter der
Erde auf der Oberfläche des Tufflagers 2 Meter lang, 0,30 -
0,45
Meter tief in den Tuff gehauen und mit großen Platten gedeckt
waren. Die Skelette sahen nach Osten, zwei waren gegen einander
gekehrt und hatten die einschneidigen Schwerter je an der rechten und
linken Seite. Oestlich davon befindet sich die zweite
Gräberstelle, auf welcher die Skelette, nur ungefähr
0,70
Meter tief gebettet, durch schmale Tuffplatten von einander getrennt
und mit einer größeren Platte zugedeckt sind. Hier
sollen 13
Skelette ohne Beigaben gefunden worden sein. Mit den Skeletten und
Funden wurde, wie wir derselben Quelle entnehmen, unverantwortlich umgegangen, so daß wohl die Frage
gerechtfertigt
ist, wann endlich einmal die Bestrebungen der Forscher nach Rettung
geschichtlicher Alterthümer von Seite der Behörden,
zumal der
äußeren, Unterstützung finden? Eine ernste
Instruktion
an die Gendarmerie und an die Bürgermeister der Landgemeinden
über ihr Verhalten bei solchen Funden wäre da wohl am
Platze.
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